Sonntag, 26. August 2007

Thank u for Smoking

Ja ich bin Raucher und ja, das macht mich zusammen mit etwa 30% der deutschen Bevölkerung zu einem schlechten Menschen. Ich arbeite konsequent auf einen qualvollen Tod durch Lungenkrebs und Raucherbein zu und denke den ganzen Tag darüber nach wie ich den armen hilflosen Nichtraucher durch passive Nikotinvergiftung das Leben zur Hölle machen kann. Da mit den Alkoholikern und den Flüssigkeitinjezierenden Junkies schon alle Opferrollen der Gesellschaft ausreichend besetzt sind, bleibt für uns Raucher nur noch die Täterrolle. Das konnte natürlich so nicht bleiben.
Um die armen Nichtraucher vor den bösen Rauchern zu schützen und fehlgeleitete selbige endlich auf den natürlich rauchfreien richtigen Weg zu führen erschufen unsere vertrauenwürdigen Politiker das Gesetz zum Raucherschutz. Die daraus resultierenden Konsequenzen können wir kommendes Wochenende genau einen Monat bewundern.
Erst mal die gute Nachricht: viele Clubs und Dissen haben endlich neue Outdoorbereiche und damit mehr Platz und mehr frische Luft für alle. Mehr Platz auf der Tanzfläche und in den Durchgängen da die ganzen Raucher mitsamt Nichtraucherfreunden zum Klönen rausgehen und die super frische Luft .... die frische Luft ... die frische Luft .... - eigentlich wollte ich jetzt ja hier was von der neuen besseren frischen Luft schreiben aber irgendwie hab ich die wohl noch nicht gefunden. Angeblich soll das jetzt ja so frisch in den Clubs sein daß die Klamotten morgens nicht mehr stinken und so weiter .... zumindest stand das öfters mal in diversen Nichtraucherforen....
... obwohl ... lasst mich mal kurz nachdenken ... ich glaube ich weiß welche frische Luft gemeint ist. Wie wärs mit den arktisch anmutenden Outdoorbereichen? Was im Sommer ja vielleicht noch ganz nett sein mag dürfte in spätestens einem Monat ganz anders aussehen, wenn der Winter - naja sagen wir lieber Herbst - mit Regen und Temperaturen gegen 4 - 5 Grad kommt. Wir können schon froh sein daß sich der Staat um seine entmündigten Bürger solche Sorgen macht. Wir sterben jetzt zwar nicht mehr an der Zigarette, dafür sitzen demnächst die Wartezimmer der Ärzte voll mit kleinen 16jährigen Mädchen (ich weiß 16 ist n bisschen alt, wenn man sich gewissen Lokalitäten anschaut, aber wenn ich jetzt hier die Realität von 14 und 15 hinschreibe gibts wieder Abmahnungen von angefressenen Diskothekenbetreibern) die chronische Blasenentzündungen und Nierenschäden rumschleppen, von ihren Trinkerlebern mal ganz zu schweigen. Aber ich bin mir sicher daß demnächst noch ne Gesetzesvorlage zum Verbot von Bauchfrei in Diskotheken eingereicht wird.
Es ist an sich generell schon eine sehr lustiger Gesetzesdschungel in dem sich die Diskothekentiere tummeln. Auf der einen Seite sieht der Staat die Bürger als unfähig an zu entscheiden ob in Sie einen Laden betreten wollen in dem geraucht wird oder nicht. Dann befindet man die so genannten "Flaterate Parties" zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt und verschwinden von einem Moment zum anderen von den Flyern, da auf einmal niemand mehr für sich selber verantwortlich entscheiden kann wann er oder sie genug hat und auf der anderen Seite erlaubt Vater Staat allen noch nicht Volljährigen, mit Hilfe der Übertragung der Aufsichtspflicht, das Durchfeiern der Nächte bis der Morgen anbricht. Da rennen jetzt also die ganzen 15jährigen mit dem Ausweis der "großen" Schwester Marke 16 durch die Landschaft und geben sich an den Theken die sprichwörtliche Kante mit Charly, Arbeiter und Wodka - O (Die bis dato angesagten AlkoPops sind ja - dem Staat sei Dank - durch die Preiserhöhung zum Schutze der Jugend zu unrentabel geworden - im übrigen noch so ein sinnfreies Gesetz) während der Aufpasser mit der nächstbesten Blondine mal eben zum Feldweg umme Ecke ist ... Wenn dann am Ende wieder n Rettungswagen vor der Disse parkt, und jemandem der Magen ausgepumpt werden muss, dürfte natürlich jedem klar sein wer schuld ist: Natürlich weder die Eltern oder sonst wer, nein - der Alkohol war zu billig..... Vielleicht sollte man Diskotheken bei der Gelegenheit auch gleich in Alkohol- und Nichtalkoholbereiche aufteilen, damit Nichttrinker auch ja nicht in die Versuchung von alkoholischen bösen Getränken kommen....


Karlsruhe - Mit einer Sammelklage wollen mehr als 50 Gastwirte in Baden-Württemberg gegen das Rauchverbot in Lokalen vorgehen. "Daran beteiligen sich Wirte aus Mannheim, Stuttgart und Ludwigsburg", sagte eine Mitarbeiterin einer Gaststätte in Ludwigsburg am Samstag. Auch viele Besucher hätten unterschrieben und Geld für die geplante Klage gespendet. Das Rauchverbot greife in die unternehmerische Entscheidungsfreiheit ein, verzerre den Wettbewerb und bedrohe viele Existenzen, argumentieren die Wirte.


Mit einer Zeitungsanzeige hat zudem der baden-württembergische Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) gegen das Rauchverbot protestiert. "Besonders die kleinen Einraumlokale, die keinen Raucherraum zur Verfügung stellen können, haben Umsatzeinbußen bis zu 90 Prozent und müssen den Ruin befürchten", heißt es in der Anzeige, die am Samstag in den "Badischen Neuesten Nachrichten" (BNN) erschien. "Die Kollegen sollen sehen, dass wir sie unterstützen", sagte der Kreisvorsitzende der DEHOGA in Karlsruhe, Waldemar Fretz.

In der Anzeige wird an die Besucher appelliert, "diesen Gaststätten nicht den Rücken zu kehren und unsere 'Kneipenkultur' zu erhalten". "Der Gastwirt kann nichts dafür. Entschieden haben dies die Politiker." Wer zum Rauchen vor die Tür gehe, solle aus Rücksicht auf die Anwohner die Nachtruhe einhalten, bittet der Verband. In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist seit dem 1. August das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen verboten.

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Erfahrungen aus England und Irland

Deprimiert und draussen. Die Pubs sind leer und das Leben in Großbritannien ist eine Misere. Rod Liddle der Besitzer ist deprimiert.
Die Pubs in meiner Umgebung erinnern mich an die Teetassen mit Pelzrand von Meret
Oppenheim oder an die Gebäude von Jacques Derrida, die die Zentralheizung draussen hatten. Entzückend surreal. Du gehst für einen Drink um 7 Uhr in dein Pub und es ist leer: Es sitzt überhaupt niemand drinnen. Alle, Raucher
und ihre Nichtraucherfreude stehen draussen, an die Mauer des Pubs angelehnt oder, wenn sie Glück haben, auf mit den Armen aufgestützt auf einen der Holztische im Hof.

Und jetzt regnet es, die Bar-Maids haben ihren Mantel an und sehen gelangweilt aus. Bald gehen sie heim, nehme ich an, mit ein paar Dosen vom Supermarkt. Das Pub-Quiz bei dem ich vor kurzem war, hatte nur noch halb so viele Teams, ich habe einen Teil der Geographierunde versäumt, weil ich auf dem Gehsteig rauchen mußte, dabei hätte ich die Antwort gewußt. In Schottland haben die Pubs 30% Einbussen seit dem Rauchverbot, und die Antis labbern weiter, mehr Leute seien bereit in die Pubs zu gehen, wenn
es nicht mehr nach Rauch stinkt. Aber die Nichtraucher kommen nicht.

Wahrscheinlich haben sie schon immer die Ausrede vom vielen Rauch benutzt, um zu Hause bleiben zu dürfen ...

Das ist die Realität und die Politiker lügen uns an.